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Raus aus dem Alltag – rein in den Schalttag

Gelungenes Chorkonzert des Gesangvereins Gondelsheim mit abwechslungsreichem Programm

Ein wirklich abwechslungsreiches Programm hatte der Gesangverein MGV Liederkranz Gondelsheim bei seinem Jahreskonzert in der alten Gondelsheimer Turnhalle seinem sehr zahlreichen Publikum zu bieten. So standen nicht nur der traditionelle Männerchor und der gemischte Chor „Swingin“ auf der kleinen, aber feinen Bühne. Dirigent Philipp Lingenfelser hatte zusätzlich eines seiner neuen Projekte mitgebracht, das Quintett „Jazzkombüse Kraichgau“, dass dem Publikum einige Jazzklassiker in neuem vokalem Gewand präsentierte.

Ein Querschnitt aus der Arbeit von elf Jahren

BNN, 2. März 2020


Für Lingenfelser war dieser Abend aus einem anderen Grund etwas Besonderes, denn es sollte sein letztes Konzert mit dem Gondelsheimer Männerchor werden. 2009 hatte er den Männerchor und anschließend Swingin als Dirigent übernommen, seinerzeit überraschend und fast von einem Tag auf den anderen, da sein Vorgänger das Dirigat nach internen Irritationen kurzfristig niedergelegt hatte. Elf Jahre leitet er mittlerweile erfolgreich beide Chöre, und zudem weitere drei in anderen Kraichgaugemeinden, sodass für ihn die Zeit gekommen ist, bei einem Chor auf Wiedersehen zu sagen, um sich neuen Projekten zu widmen. Diese Trennung verlief freundschaftlich, und das merkte man dem Chor bei seinem Vortrag an.

Zuerst trat Swingin auf die Bühne, mit poppigen Arrangements und fetzigen Rhythmen präsentierten sie „Let It Be“ von den Beatles und „Something Stupid“, 1967 ein Nummer-eins-Hit von Frank und Nancy Sinatra. Bestens unterstützt wurden sie von der Rhythmusgruppe der „Jazzkombüse Kraichgau“, die fünf wunderbare Jazz- und Bossa-Nova-Standards in neuem Gewand aufführte.Lingenfelser hatte erfrischende deutsche Texte auf Klassiker wie „How High The Moon“ oder Carlos Jobims „Girl from Ipanema“ geschrieben, daraus wurden nun „Lass mich nicht allein“ und „Das Girl vom Timmendorfer Strand“. Die von ihm wunderbar gesungenen, charmanten Gesangsparts waren eingebettet in klasse Arrangements und Improvisationen von Piano und Altsaxofon und einer souveränen Rhythmusgruppe. Diese begleitete später den Männerchor, der den zweiten Teil des Abends gestaltete.

Lingenfelser hatte sich zuerst mit dem selbstkomponierten Lied „Abschied“ vom Chor verabschiedet, und der Männerchor bereitete sich selbst und dem Dirigenten ein echtes Abschiedsgeschenk. Mit großer Sangesfreude sowie sehr guter Intonation und Dynamik boten sie einen umjubelten Querschnitt ihres Schaffens aus elf Jahren, immer mit einem Augenzwinkern und ein wenig Wehmut.Besonders gelangen „Der Hahn von Onkel Glacometo“ und Reinhard Meys „Diplomatenjagd“ sowie die peppigen Nummern mit der Band. Ein würdiges Abschiedskonzert! Vorstand Michael Waltz dankte für die Arbeit, überreichte ein Geschenk und freute sich sehr, dass der Dirigent zumindest Swingin erhalten bleibt!

Thomas van Haefen